Rotes Licht und Psoriasis: Wie wirkt die Photobiomodulation auf die Hautveränderungen?
Psoriasis betrifft etwa 2 bis 3 % der Weltbevölkerung. Diese hartnäckigen, oft schmerzhaften und gegen viele Behandlungen resistenten Hautveränderungen veranlassen viele Betroffene dazu, nach alternativen Ansätzen zu suchen, um im Alltag besser damit umgehen zu können. Die Photobiomodulation, genauer gesagt die Behandlung mit rotem und infrarotem Licht, stößt in diesem Zusammenhang auf wachsendes Interesse. Hier erfahren Sie, was über ihre Wirkungen und ihre Wirkungsweise auf zellulärer Ebene bekannt ist.
Was ist Photobiomodulation und warum spricht die Haut darauf an?
Die Photobiomodulation (PBM) ist eine Technik, bei der bestimmte Wellenlängen von LED-Licht genutzt werden, um biologische Reaktionen in den Zellen anzuregen. Im Gegensatz zu Hitze oder aggressiver Strahlung wirkt das von Leuchtdioden erzeugte Licht sanft und gezielt: Es wird von Photorezeptoren in den Mitochondrien, den Kraftwerken jeder Zelle, absorbiert.
Die Haut ist das Organ, das diesem Licht am unmittelbarsten ausgesetzt ist. Sie reagiert auf Wellenlängen im sichtbaren Rotbereich (630–660 nm) und im nahen Infrarotbereich (800–850 nm). Diese beiden Bereiche dringen in unterschiedliche Tiefen der Hautschichten ein, und genau diese Eigenschaft macht sie für Anwendungen bei Psoriasis-Läsionen interessant.
Wie wirkt sich rotes Licht auf die Mechanismen der Psoriasis aus?
Psoriasis ist eine Erkrankung, bei der sich die Zellen der Oberhaut viel zu schnell erneuern. Dieser beschleunigte Zellregenerationszyklus führt zur sichtbaren Ansammlung von Plaques. Rotes Licht wirkt auf den Zellstoffwechsel ein und trägt dazu bei, diesen Rhythmus schrittweise zu regulieren.
In Studien zur PBM und entzündlichen Hauterkrankungen wurden mehrere Wirkungen dokumentiert:
- Das rote LED-Licht fördert eine lokale Verringerung der Entzündungsmarker, was dazu beitragen kann, die übermäßige Reaktivität der in den Plaques vorhandenen Immunzellen zu dämpfen.
- Es fördert die Kollagenbildung und die Wundheilung – zwei Prozesse, die zur Wiederherstellung einer gesünderen und weniger reaktiven Hautbarriere beitragen.
Es handelt sich nicht um eine sofortige Wirkung: Die Ergebnisse stellen sich erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Sitzungen ein, entsprechend der Zeit, die für die Zellregeneration benötigt wird.
Infrarotlicht: eine tiefenwirksame Wirkung
Infrarotlicht dringt tiefer in das Gewebe ein als sichtbares rotes Licht. Es erreicht die Hautschichten, in denen sich Zellen befinden, die an chronischen Entzündungen und am Gewebeumbau beteiligt sind.
Im Rahmen einer Behandlungsroutine für Psoriasis-Läsionen ergänzt Infrarotlicht die Wirkung des roten Lichts, indem es gleichzeitig auf zwei Ebenen wirkt. Diese doppelte Wellenlängenwirkung ist einer der Gründe, warum Photobiomodulationsgeräte, die rotes und infrarotes Licht kombinieren, für Hautanwendungen häufig bevorzugt werden.
Das Infrarot-LED-Licht wirkt insbesondere auf die lokale Mikrozirkulation ein und fördert so eine bessere Versorgung der sich regenerierenden Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Diese sanfte Unterstützung des Blutkreislaufs trägt dazu bei, dass die Haut nach und nach widerstandsfähiger wird und weniger zu Schüben neigt.
LED-Maske, LED-Lampen: Welche Geräte eignen sich für welche Bereiche?
Die Form des Geräts hat direkten Einfluss auf dessen Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit. Bei Anwendungen im Gesichtsbereich sorgt eine speziell für die Gesichtsbehandlung entwickelte LED-Maske für eine gleichmäßige Abdeckung und einen stabilen Wellenlängenbereich im behandelten Bereich. Diese LED-Masken sind mittlerweile für die breite Öffentlichkeit erhältlich und lassen sich problemlos in die tägliche Schönheitspflege integrieren.
Bei den Körperbereichen (Ellbogen, Knie, unterer Rücken) bieten LED-Lampen mehr Flexibilität. Mit einigen Geräten lassen sich bestimmte Bereiche über einen bestimmten Zeitraum und mit einer angepassten Leistung gezielt behandeln. Entscheidend ist jedoch die Regelmäßigkeit der Anwendungen: Studien zur Lichttherapie zeigen in der Regel die deutlichsten Effekte nach 8 bis 12 Wochen kontinuierlicher Anwendung.
Geräte, die mit professionellen Leuchtdioden ausgestattet sind, gewährleisten eine konstante Wellenlänge während der gesamten Behandlung, was entscheidend ist, damit das LED-Licht messbare Wirkungen auf die Haut erzielt.
Welche Ergebnisse sind zu erwarten und nach wie langer Zeit?
Die Ergebnisse variieren von Person zu Person. Manche bemerken bereits in der vierten oder fünften Woche eine sichtbare Abschwächung der Rötungen und eine Abflachung der Hautveränderungen. Andere stellen eher eine Verbesserung des Hautkomforts fest: weniger Spannungsgefühl, geschmeidigere Haut und eine geringere Reizbarkeit.
Die Wirksamkeit der Photobiomodulation bei der Behandlung von Psoriasis-Symptomen beruht auf einer regelmäßigen Anwendung, geeigneten Wellenlängen und einer ausreichenden Leistung. Ein Gerät mit zu geringer Leistung oder eine zu sporadische Anwendung führen zu kaum sichtbaren Ergebnissen. Aus diesem Grund wird empfohlen, sich für Geräte zu entscheiden, deren technische Eigenschaften klar dokumentiert sind.
Nebenwirkungen von Rotlicht und Infrarotlicht treten selten auf und sind in der Regel harmlos: Zu Beginn der Anwendung kann es zu einer leichten, vorübergehenden Rötung kommen, bis sich die Haut daran gewöhnt hat. In den allermeisten Fällen ist es nicht erforderlich, die Anwendung abzubrechen.
Die Photobiomodulation ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes für das Wohlbefinden der Haut
Die PBM ist keine Allheilmittel. Sie ist als Ergänzung zu einer ausgewogenen Pflegeroutine gedacht, genau wie Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz oder Stressbewältigung – ein bekannter Faktor, der Schübe verschlimmern kann.
Menschen, die rotes LED-Licht in ihren Alltag integrieren, berichten oft von positiven Auswirkungen auf ihr allgemeines Krankheitserleben: ein besseres Verhältnis zu ihrer Haut, das Gefühl, aktiv zu ihrem Wohlbefinden beizutragen, sowie eine Regelmäßigkeit, die ihrer Hautpflege Struktur verleiht. Dieser sehr reale psychologische Nutzen sollte nicht unterschätzt werden.
Die Photobiomodulation eröffnet einen sanften Weg ohne nennenswerte Nebenwirkungen, um die Haut in ihren natürlichen Zyklen der Zellregeneration und Wundheilung besser zu unterstützen. Sie ersetzt zwar keine fachärztliche Beratung, bietet aber ein konkretes Hilfsmittel für diejenigen, die ihre Hautveränderungen auf andere Weise behandeln möchten.
Häufig gestellte Fragen
Ist Rotlicht für alle Arten von Psoriasis geeignet?
Rotes Licht und Infrarotlicht können bei verschiedenen Formen der Psoriasis eingesetzt werden, sei es bei der klassischen Plaque-Psoriasis oder bei lokal begrenzten Formen. Die Wirksamkeit hängt vom Ausmaß der betroffenen Hautstellen und der Regelmäßigkeit der Behandlungen ab. Bei ausgedehnten oder schweren Formen ist eine Überweisung an einen Facharzt unerlässlich.
Wie viele Sitzungen sind nötig, bis sich erste Ergebnisse zeigen?
Die meisten Studien zur Photobiomodulation zeigen messbare Effekte nach 8 bis 12 Wochen regelmäßiger Sitzungen. Sitzungen von 10 bis 20 Minuten, mehrmals pro Woche, bilden in der Regel die Grundlage für eine wirksame Routine. Die Regelmäßigkeit ist entscheidender als die Dauer der einzelnen Sitzungen.
Kann man eine LED-Gesichtsmaske bei Psoriasis im Gesicht anwenden?
Ja, LED-Gesichtsmasken senden Wellenlängen aus, die für die Anwendung auf empfindlicher oder reaktiver Haut geeignet sind. Es sollte darauf geachtet werden, dass das ausgewählte Gerät sowohl Rotlicht (630–660 nm) als auch Infrarotlicht (800–850 nm) enthält, um auf beide Hautschichten einwirken zu können.
Ersetzt die PBM die übliche Behandlung von Psoriasis?
Die Photobiomodulation ist als Ergänzung und nicht als Ersatz gedacht. Sie lässt sich neben Pflegeprodukten, Feuchtigkeitscremes und anderen Maßnahmen in eine Hautpflege-Routine integrieren. Sie ersetzt jedoch keine fachärztliche Betreuung.
Gibt es Kontraindikationen für die LED-Lichttherapie bei Psoriasis?
Die Anwendung von rotem oder infrarotem LED-Licht wird im Allgemeinen gut vertragen. Bei der Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten, bei Augenerkrankungen oder während der Schwangerschaft sind jedoch gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Zweifelsfall sollten Sie vor Beginn der Behandlung einen Arzt konsultieren.
Hautpflege einmal anders
Psoriasis bedeutet oft, mit einer Haut leben zu müssen, die man nicht immer versteht. Die Photobiomodulation bietet zwar keine endgültige Lösung, stellt jedoch eine konkrete, leicht zugängliche und gut verträgliche Möglichkeit dar, die Zellregeneration zu unterstützen und Woche für Woche die Beschwerden durch die Hautveränderungen zu lindern. Die Behandlung der Haut mit rotem Licht und Infrarot-LED-Licht ist ein sanfter und regelmäßiger Ansatz, der genau auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten ist.
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