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Photobiomodulation in der Tiermedizin: Entschlüsselung eines Wachstumsmarktes

Von Adèle , am 25. Juni 2025 , aktualisiert am 9. April 2026 - 8 Minuten Lesezeit
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Das Wohlergehen von Tieren ist längst kein Nischenthema mehr. Sowohl in Tierarztpraxen als auch in spezialisierten Zentren etabliert sich eine Lichttechnologie zunehmend als unverzichtbares Hilfsmittel, um den Tieren mehr Komfort im Alltag zu bieten: die Photobiomodulation. Angetrieben von einer steigenden Nachfrage seitens der Tierhalter und einem wachsenden Interesse der Fachleute verändert dieser Ansatz mit rotem und infrarotem Licht die Tiermedizin grundlegend.

Der Veterinärlaser – ein Instrument, das aus dem Schatten tritt

Der Laser, der lange Zeit hochpräzisen chirurgischen Geräten vorbehalten war, hat sich nach und nach in einem weiteren Bereich der Tiermedizin etabliert: der Zellstimulation durch Licht. Die Photobiomodulation basiert auf der Wirkung bestimmter Wellenlängen, vor allem im roten und nahen Infrarotbereich, die in das Gewebe eindringen und dort positive biologische Reaktionen auslösen.

In der Tiermedizin überzeugt dieser Ansatz aus einem einfachen Grund: Er kommt ohne invasive Eingriffe, ohne übermäßige Wärmeentwicklung und ohne eine längere Ruhigstellung des Tieres aus. Für so unterschiedliche Tierarten wie Hunde, Katzen oder Pferde stellt die Möglichkeit, Schmerzen und Entzündungen zu behandeln, ohne systematisch auf herkömmliche Medikamente zurückgreifen zu müssen, einen echten Paradigmenwechsel dar.

Der weltweite Markt für Veterinärlaser verzeichnet seit Beginn der 2010er Jahre ein kontinuierliches Wachstum. Mehrere Branchenstudien schätzen, dass dieses Segment ein jährliches Wachstum in der Größenordnung von 8 bis 12 % verzeichnet, das durch den Aufschwung der Vorsorge und der Sportmedizin für Tiere getragen wird.

Wie funktioniert die Photobiomodulation bei Tieren?

Die veterinärmedizinische Photobiomodulation beruht auf denselben Mechanismen, die auch beim Menschen nachgewiesen wurden. Rotes und infrarotes Licht, das bei bestimmten Wellenlängen (in der Regel zwischen 630 und 1.000 nm) emittiert wird, wird von den Mitochondrien der Zellen absorbiert. Diese Absorption löst eine Kaskade von Effekten auf zellulärer Ebene aus: Steigerung der ATP-Produktion, Stimulierung der Kollagensynthese, Modulation von Entzündungsprozessen.

Konkret zielt eine Laserbehandlung darauf ab, den Organismus des Tieres bei seinen eigenen Regulationsmechanismen zu unterstützen. Bei Weichteilen wie Sehnen, Muskeln oder Haut trägt die Wirkung des Lichts dazu bei, das Wohlbefinden zu verbessern und die Erholung nach einer Anstrengung oder einem chirurgischen Eingriff zu fördern. Die Verringerung von Entzündungen und die Linderung von Schmerzen sind die beiden Wirkungen, die von Tierärzten, die diese Technologie in ihre Praxis integrieren, am häufigsten beobachtet werden.

Die verwendete Wellenlänge bestimmt maßgeblich die Eindringtiefe in das Gewebe. Ein roter Laser (ca. 630–670 nm) wirkt eher oberflächlich, während mit Infrarotwellenlängen tiefere Strukturen wie Gelenke oder tiefliegende Muskeln erreicht werden können.

Für welche Tiere und in welchen Situationen ist eine Lasertherapie sinnvoll?

Der Hund ist nach wie vor das Tier, bei dem im veterinärmedizinischen Bereich am häufigsten Photobiomodulationseinsätze durchgeführt werden. Osteoartikuläre Erkrankungen, chronische Schmerzen im Zusammenhang mit Arthrose sowie die postoperative Nachsorge stellen die häufigsten Indikationen dar. Bei Katzen sind Weichteilverletzungen und chronische Entzündungen häufige Anwendungsgebiete.

Doch gerade bei Pferden hat die Photobiomodulation in den letzten Jahren die spektakulärsten Fortschritte gemacht. Die Pferdesportmedizin hat die Lasertherapie weitgehend integriert, um die Regeneration von Turnierpferden zu fördern, Sehnenschmerzen zu behandeln und die Heilung von Haut- und Muskelverletzungen zu unterstützen.

Auch Kleintiere (Kaninchen, exotische Haustiere) finden zunehmend Beachtung, auch wenn die verfügbaren Daten hier noch weniger umfangreich sind als bei den heimischen Fleischfressern.

Hier sind die häufigsten Fälle, bei denen ein Tierarzt mit einem Laser behandelt:

  • Chronische Gelenkschmerzen: Arthrose, Hüftdysplasie, degenerative Erkrankungen bei älteren Hunden und Katzen.
  • Postoperative Nachsorge: Unterstützung der Wundheilung nach einer Weichteiloperation oder einem orthopädischen Eingriff.
  • Entzündungen und Sehnenverletzungen: insbesondere bei Sportpferden nach intensiver Belastung.

Schmerztherapie – ein zentrales Thema im Veterinärmarkt

Das Thema Schmerzmanagement bei Tieren wurde lange Zeit unterschätzt. Jahrzehntelang wurde die Fähigkeit von Tieren, Schmerzen zu empfinden und auszudrücken, heruntergespielt, was die Entwicklung spezifischer Ansätze behinderte. Die wissenschaftliche und ethische Anerkennung der Schmerzempfindlichkeit von Tieren hat die Erwartungen der Tierhalter verändert und die Standards in der Tierpflege neu definiert.

In diesem Zusammenhang erfüllt die Photobiomodulation einen konkreten Bedarf: Sie bietet einen ergänzenden Ansatz zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen, insbesondere in chronischen Fällen, in denen die Lebensqualität des Tieres unmittelbar auf dem Spiel steht. Chronische Schmerzen bei älteren Hunden beeinträchtigen beispielsweise ihre Mobilität, ihren Appetit und ihr Verhalten erheblich. Jede Lasersitzung, die in eine regelmäßige Betreuung integriert ist, kann dazu beitragen, diese Lebensqualität messbar zu verbessern.

Die Wirkung der Lichtwelle auf die zellulären Entzündungsmechanismen erklärt zum Teil den Nutzen der Lasertherapie in solchen Fällen. Die Linderung der lokalen Entzündung geht oft mit einer Schmerzlinderung einher, die von den Tierhaltern schnell wahrgenommen wird, was deren Bereitschaft zur weiteren Behandlung stärkt.

Ein Markt, der durch technologische Innovationen geprägt ist

Die Entwicklung des Marktes für veterinärmedizinische Photobiomodulation ist untrennbar mit den Fortschritten bei den Geräten verbunden. Die ersten veterinärmedizinischen Lasergeräte waren sperrig, teuer und außerhalb eines chirurgischen oder klinischen Umfelds nur schwer zu handhaben. Die neuen Gerätegenerationen vereinen geringes Gewicht, Tragbarkeit und Präzision bei den emittierten Wellenlängen.

Diese technologische Entwicklung hat den Markt für verschiedene Akteure geöffnet: allgemeine Tierkliniken, Tierphysiotherapiezentren und Reitsportbetriebe. Der allmähliche Rückgang der Anschaffungskosten für Lasertechnologie hat zudem die Entwicklung von Geräten ermöglicht, die für den Einsatz in mittelgroßen Praxen geeignet sind – dort, wo die Investition bisher unerschwinglich war.

Die Schulung von Tierärzten im Umgang mit dem Laser ist ein weiterer Faktor, der die Marktentwicklung vorantreibt. Die Photobiomodulation hält nun Einzug in die Fortbildungsprogramme für Tierärzte, insbesondere im Rahmen von Tagungen, die von Berufsverbänden wie der AFVAC organisiert werden – ein Zeichen dafür, dass dieser Ansatz von der Tierärzteschaft zunehmend anerkannt wird.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Photobiomodulation für alle Tiere geeignet?

Die Photobiomodulation kann bei zahlreichen Tierarten angewendet werden, von domestizierten Fleischfressern bis hin zu Equiden. Die Indikationen und Behandlungsparameter variieren je nach Körperbau des Tieres, der Art des zu behandelnden Gewebes und der verwendeten Wellenlänge. Ein in Photobiomodulation geschulter Tierarzt beurteilt jeden Fall individuell, bevor er eine Behandlung vorschlägt.

Wie viele Lasersitzungen sind in der Regel erforderlich?

Die Anzahl der Sitzungen hängt von der Situation des Tieres und dem angestrebten Ziel ab. Bei chronischen Schmerzen wird oft eine regelmäßige Behandlung über mehrere Wochen hinweg vereinbart. Bei der postoperativen Betreuung richtet sich die Anzahl der Sitzungen nach dem Heilungsfortschritt des Gewebes. Der Tierarzt passt das Behandlungsprotokoll im Laufe der Sitzungen an.

Ist das bei der Photobiomodulation verwendete rote Licht für das Tier unbedenklich?

Bei Einhaltung der festgelegten Parameter gilt das in der Photobiomodulation eingesetzte rote und infrarote Licht als unbedenklich für das Gewebe des Tieres. Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten insbesondere für den Augenschutz und bestimmte empfindliche Bereiche. Die Ausbildung des Anwenders und die Qualität der Laserausrüstung sind wesentliche Voraussetzungen für die Sicherheit der Behandlungen.

Ersetzt der Veterinärlaser andere Behandlungsmethoden?

Die Photobiomodulation stellt einen ergänzenden Ansatz dar, der andere Behandlungsmethoden nicht ausschließt. Sie kann mit anderen Formen der tierärztlichen Betreuung kombiniert werden, um das Wohlbefinden des Tieres zu verbessern. Der Tierarzt bleibt der zentrale Ansprechpartner, um den für die jeweilige Situation am besten geeigneten Behandlungsrahmen festzulegen.

Ein Sektor, den man genau im Auge behalten sollte

Der Markt für veterinärmedizinische Photobiomodulation steckt noch in den Kinderschuhen. Das Zusammenspiel aus einer steigenden Nachfrage nach Tierwohl, immer leichter zugänglichen Lasergeräten und einer besser ausgebildeten Tierärzteschaft schafft die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum. Sowohl für Fachleute der Branche als auch für Tierhalter, denen die Lebensqualität ihrer Tiere am Herzen liegt, wird das Verständnis der Mechanismen und Anwendungsbereiche der Photobiomodulation zu einer wertvollen Kompetenz.

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Adele

Als leidenschaftliche Anhängerin der Photobiomodulation entschlüssle ich diese Technologie, um sie für alle zugänglich zu machen. Mit einem rigorosen und wohlwollenden Ansatz teile ich Ratschläge, Analysen und Erfahrungsberichte. Mein Ziel ist es, Sie zu einem aufgeklärten Gebrauch zu führen, ohne Wunder zu versprechen. Willkommen in der leuchtenden Welt von The PBM.